
Nachdem Tom Delonge, einstiger Sänger und Gitarist der Band Blink 182, mit dem Debüt seiner neuen Band Angels and Airwaves, „We don´t need to whisper„, so ziemliche alle Erwartungen enttäuschte, lag die Aufmerksamkeit der alten Blink 182- Fans seit Mitte 2006 auf den Aktivitäten der beiden anderen ehemaligen Protagonisten: Mark Hoppus (Bass, Gesang) und Travis Barker (Schlagzeug).
Diese hatten bereits im Dezember 2005 unter dem Namen Plus 44 einen ersten so genannten „Streettrack“ mit dem Namen „No it isn´t“ im Internet veröffentlicht – dank Plattformen wie „MySpace“ oder „YouTube“ kursierten, wie bereits beim Delonge-Projekt Angels and Airwaves, schon Monate vor dem eigentlichen Album-Release drei Songs im Netz.Doch während Angels and Airwaves mit ihren „Streettracks“ bereits alle Register zogen und mit ihrem Longplayer selbst nicht mehr überzeugen konnten, haben Plus 44 mit „When your heart stops beating“ eine großartige Poppunk-Scheibe hingelegt – für mich die CD des Jahres 2006.
Das Album ist nicht nur optisch an den letzte Blink 182- Tonträger angelehnt – Songs wie „Lycanthrope“ oder die der namensgebende, als Single ausgekoppelte Smasher „When your heart stops beating“ wecken Erinnerungen an alte Zeiten. Dieser Umstand ist wohl auch darauf zurückzuführen, dass Jerry Finn, der auf jahrelange Zusammenarbeit mit Blink 182 zurückblicken kann, auch diesmal als Produzent tätig war.
Es wäre allerdings ein Trugschluss, Plus 44 mit Blink 182 gleichzusetzen oder sie als deren Reinkarnation zu betrachten – „When your heart stops beating“ ist wesentlich poppiger, Songs wie „155″ haben einen gewissen 80er-Touch; „Little Death“ passt eher zu verregneten Sonntagen als zu tobenden Punkrockern auf der „Vans Warped Tour“. Der Einsatz von Keyboards und Synthesizern sowie Frauengesang rundet das Debüt von Plus 44, die sich übrigens nach der britischen Auslandsvorwahl benannt haben um das „europäische“ an ihrer Musik zu unterstreichen, ab.
Auch wenn „When your heart stops beating“ oftmals zu „soft“ für ein Punkrockalbum klingt, ist es doch eine lohnende Investition für Blink 182 – Fans. Doch auch diejenigen, die mit Blink 182 noch nie etwas anfangen konnte, sollten in diese CD zumindest reinhören – mit ihrem Abwechslungsreichtum hat sie das Potential, auch neue, zielgruppenfremde Hörer zu gewinnen.
Philip Aubreville
Dieser Artikel wurde bereits in „Szene“, dem Jugendmagazin der Grafschafter Nachrichten veröffentlicht.
Schlagworte: Rezension, Review, Alternative Rock, blink 182, +44, Plus 44, Mark Hoppus, Travis Barker, When your heart stops beating