
Fast drei Jahre nach dem Erscheinen der letzten wirklich neuen Blink 182-LP meldet sich der einstige Sänger und Gitarist der Kalifornier, Tom de Longe, mit einem neuen Projekt zurück: Angels and Airwaves – das sind neben de Longe weitere alte Punkrockbekannte wie der einstige Offspring-Drummer Atom Willard oder Bassist Ryan Sinn (The Distillers).
Die Erwartungen, die durch eine derartige Besetzung geweckt werden, erfüllt das Debütalbum der Band, „We don´t need to whisper“ allerdings nicht.
Bereits im Vorfeld war ausgehend von der offiziellen Website eine aufwendige Werbkampagne losgetreten worden, welche klar machte, dass AVA (so das geläufige Kürzel) mit dem Skatepunk Ende der 90er nichts mehr zu tun, sondern einen künstlerischen und ernsthaften Anspruch haben: So gibt es zu mehreren Songs sogenannte „Short Movies“, ein weiterer Clip zeigt de Longe und Freunde Wein trinkend und diskutierend vor der US-Flagge – Bilder die sich 1999 kaum jemand erträumt hätte, als er die damaligen Blink 182 Videos sah.
Die digital dargebotenen Stücke überzeugen dennoch – und bilden damit leider die Ausnahme auf dem Album: Außer „It hurts“, der Single „The Adventure“ und dem Introtrack „Valkyrie Missle“ – allesamt schon seit Monaten im Netz hörbar – sticht kein Song hervor; das eher schwache „Do it for me now!“ wiederholt sich in sogar in Form einer unspektakulären Live-Version als Bonustrack.
Insgesamt ist die Platte für einstige Poppunk-Liebhaber eine doppelte Enttäuschung: Zunächst klingt sie eher nach Pink Floyd (die Band selber besitzt den Anspruch Stadionrock zu machen) als etwa nach The Offspring, des weiteren sucht der, der sich mit den im Vorfeld veröffentlichten Songs anfreunden konnte die Ihresgleichen auf dem Album vergeblich.
Zynisch betrachtet stellt „We don´t need to whisper“ ein flammendes Plädoyer für eine Blink 182- Reunion dar.
Philip Aubreville
Dieser Artikel wurde außerdem im “Szene-Magazin” – der Jugendbeilage der Grafschafter Nachrichten veröffentlicht.
Schlagworte: Angels&Airwaves, Angles and Airwaves, blink 182, Review, Rezension, Tom deLonge, We don't need to whisper