John Irving – Owen Meany

By rezensor

Auch wenn es nicht das aktuellste Buch von John Irving ist, so ist es doch eins seiner besten: In Owen Meany pendelt der Ich- Erzähler Johnny zwischen Gegenwart (in diesem Fall das Jahr 1987) und den USA der 50er und 60er Jahre und beschreibt eine eigentlich unbeschreibliche Gestalt, die von Owen Meany. Dieser ist nicht nur körperlich absolut unterentwickelt, sondern besitzt auch eine so außergewöhnliche Stimme, dass seine Umwelt beim Hören ebendieser durchweg verstört reagiert.

Gerade dies, und noch weitere im Verlauf des Romans genannte Details, lassen den offensichtlich hochintelligenten Owen daran glauben, von Gott selbst auserwählt zu sein.

Johnny, der zum Erzählzeitpunkt als Lehrer in Toronto lebt, führt den Leser von den Bibelstunden aus Kindheitstagen bis zum Aufkommen des Vietnamkriegs und unterbricht immer wieder, um sich aus seinem kanadischen Exil über die US-Außenpolitik anno 1987 aufzuregen – manche Zeile wird dem ein oder anderen auch heute recht bekannt vorkommen.

Owen Meany überzeugt durch eine originelle Story (keiner von tausend Verschwörungsromanen!!), aber auch durch Irvings typischen Humor und einen recht unkomplizierten Schreibstil – trotz diverser Zeitsprünge behält man als Leser relativ leicht den Überblick.

Aus diesen Gründen ist „Owen Meany” meine Empfehlung als Sommer-Lektüre.

Philip Aubreville

Dieser Artikel wurde bereits in “Szene”, dem Jugendmagazin der Grafschafter Nachrichten veröffentlicht.

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