The Lennons – Die Welt ist schlecht

By rezensor

Der Name ist Programm bei dieser Single – sämtliche positiven Denkschemata, die von Hippies und anderen Altphilologen, Drogenbaronen sowie Großgrundbesitzern verbreitet werden, werden mit genialem Wortwitz schon in den Songtiteln ad absurdum geführt: „Leck“ eine Aufforderung, die so manchem Pornofan das Wasser im Munde zusammen laufen lassen dürfte, wird zu „Leck mich am Arsch“, was dem ein oder anderen auch das Wasser im Munde zusammen lassen laufen dürfte – mir jedoch nicht und mein Absolutheitsanspruch lässt mich deshalb die oben genannte These vertreten? Du kommst nicht mehr mit? Weiter geht’s! Dem Wort „Liebe“, von der Kirche gerne mal auf Mann und Frau sowie südamerikanischer Diktator und Folterkammern reduziert setzten die Pforzheimer das „Leid“ entgegen: „Wer lieben will muss leiden“. Dem ein oder anderen vielleicht aus der letzten Beziehung bekannt…Dem spätestens seit dem SAT 1-Film vor allem bei ehemaligen DDR-Bürgern äußerst beliebtem Begriff „Tunnel“ wird das zumindest von Blendgranaten-Opfern als äußerst schmerzhafte „Licht“ entgegengesetzt und in logischer Konsequenz dieser Dialektik wird das doppeldeutige Wort „Ende“ (positiv: „Ende ist ein schönes Wort“, A. Kurth/ Wizo; negativ: „Wintersonnenwende„) für den Song „Das Ende“ benutzt.
Dieser Wortwitz wird auch in den Songtexten weiter praktiziert, gepaart mit geilen Punkrockriffs. Trotz der verwendeten Wortfelder hält sich Melancholie jedoch in Grenzen, die erwähnten Riffs sorgen zum größten Teil eher für eine gesunde Wutstimmung. Wer die 90er trotz MCD überlebt hat und nach wie vor auf ´7 steht, dem sei diese Single ans Herz gelegt.

Philip Aubreville


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