Skhepsis – Paula Karotti

By rezensor

Wer mit nur vier Songs eine Gesamtspielzeit von 28:50 Minuten (also über 7 Minuten pro Lied im Schnitt) erreicht und Songtexte dem „Zustand des Speisesbreis, bevor der Schluckreflex einsetzt“ widmet, ist gewöhnlich Mitglied einer Psychiatrie- Hausband…
Nun handelt es sich bei Skhepsis zwar um eine süddeutsche, aber dennoch nicht um eine geisteskranke Band… wobei mir das aktuelle Attest noch nicht vorliegt, hehe
De facto ist die „Paula Karotti“ EP aber der krankeste und abgefuckteste Scheiß den ich seit langem gehört hab. Der vierminütige Titelsong, dem die Feministische Partei DIE FRAUEN bestimmt Sexismus vorwerfen würde, wirkt allerdings fast noch poppig, wenn z.B. der zweite Song dem besagten Speisebrei tatsächlich volle 11:53 zur Verfügung stellt. Richtig geil kommt ein auf der Tracklist dahinter gedrucktes „Single Edit“ – da kann Detlef D. Soest sich nur noch im Kreis drehen.

Der zweite Teil der EP wird zur Verwurstung bisheriger Tophits verwendet, so interpretier ich das mal als Super-Germanist ein bisschen über…

„Tollwut“ (8:00) macht im Zeitalter von Waldsterben und Bodenversiegelung deutlich, das der von den Ärzten in „Claudia“ missbrauchte Schäferhund auch durchaus durch einen Fuchs ersetzt werden kann. Ich als Reimgenie möchte allerdings noch anmerken, dass sich ein „richtig gut“ auf Tollwut nicht so knorke reimt wie es „voll gut“ täte… Aber Skhepsis passen in kein Schema….

Außer vielleicht der letzte Song, der sich textlich an Reinhard Mey anlehnt (behauptet jedenfalls das Booklet), während die Reggea-Dub-Whatever-Mucke dem großartigen Jan Delay huldigt (oder auch Wizos „R.A.F“ wie mein Radiocompanjero neulich vermutete..?).
Insgesamt (oh yeah, das Fazit) ist der Tonträger wohl nix für Britney Spears Fans, aber ein hörbares Experiment für alle Neugierigen.

Philip Aubreville

Diese Rezension wurde außerdem auf der Website von F+B Records veröffentlicht.

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