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Trotz eines Vertrags mit dem kalifornischen Kultlabel Epitaph Records, trotz einer Tour im Vorprogramm von blink 182 – die 1997 gegründeten Motion City Soundtrack sind bis heute eher ein Insidertipp und damit eine der meist unterschätztesten Poppunk-Bands der Gegenwart. Eigentlich.Denn das neue, dritte Album der Band, ‚Even if it kills me’, kann leider nicht an seine Vorgänger anknüpfen.Dabei startet der Introsong „Fell in love without you” mit einer gewohnten Powerpop-Kombination von Synthesizer und Gitarre und somit in gewohnt guter Qualität. Auch das darauffolgende Stück, die Singleauskopplung „This is for real” überzeugt mit einem 80er-Jahre-Stadionrockrefrain im Poppunkgewand.
Doch insgesamt wirkt die Platte etwas fad, monoton. Und Experimente wie die von einem Klavier begleitete Ballade „Conversation” gelingen nur bedingt. Man vermisst ein wenig den Pep eines „LG Fuad”, denn statt mit ironischem Augenzwinkern die Offenbarung seiner Selbstmordpläne mit zuckersüßem Poppunk zu unterlegen, klingen Teile von „Even if it kills me” tatsächlich depressiv.
Das war zwar auch bei den Vorgängeralben der Fall, doch dort wurde wesentlich mehr Abwechslungsreichtum geboten. Bis auf die erwähnten ersten beiden Songs stechen kaum Stücke heraus. Neben „Point of Extinction” ist hier vor allem die erste Singleauskopplung „Broken heart” zu nennen – einer der wenigen Tracks, die an bisherige Veröffentlichungen der Jungs aus Minnesota herankommt.
Insgesamt ist „Even if it kills me” aber durchaus hörenswert. Seine Qualität relativiert sich nur gemessen an den zuvor veröffentlichten Alben, weswegen es zum Kennenlernen der Band eher weniger geeignet ist. Leider.
Philip Aubreville
Diese Rezension wurde bereits in der “Szene”, dem Jugendmagazin der Grafschafter Nachrichten veröffentlicht.
Schlagworte: Epitaph, Epitaph Records, Even if it kills me, Motion City Soundtrack, Poppunk, Review, Rezension