Angels and Airwaves – I-Empire

By rezensor

Als eine Art Zerfallsprodukt der aufgelösten kalifornischen Band blink-182 veröffentlichten Angels and Airwaves 2006 ihre Debütalbum „We don’t need to whisper“. Der Versuch eine musikalische Brücke zwischen eben blink-182 und Bands wie Pink Floyd zu schlagen, enttäuschte die meisten ehemaligen Fans. Gemessen an den Ansprüchen der Band kann man den Longplayer allerdings als gelungen bezeichnen.
Als die zweite von „zwei Hälften einer klanglichen Medaille“ betrachtet die Gruppe um Ex-blink-182-Sänger Tom deLonge und den ehemaligen Offspring-Drummer Atom Willard ihre Anschlussveröffentlichung „I-Empire“.
Tatsächlich zeigen sich Kontinuitäten. Aller Fan-Kritik zum Trotz bleiben Angels and Airwaves ihrem Stil treu – und haben diesen weiterentwickelt.
So beginnt „I-Empire“ mit dem Stück „Call to Arms“, welches problemlos auch aufs Vorgängeralbum gepasst, dort jedoch zu den besten Songs gezählt hätte.
Auch wirkte beispielsweise die Einleitung des Songs „The Adventure“ auf „We don’t need to whisper“ noch recht unbeholfen und ‚angeklatscht’, während nun „True Love“ mit dem Track „Star of Bethlehem“ sogar sein eigenes Intro bekommt.
Überhaupt, die Intros. Wie schon auf dem letzten Longplayer spielt das Quartett aus San Diego mit allerhand Klangelementen und Elektroanleihen, um die Stücke einzuleiten. Dass man sich hierbei teilweise experimenteller gibt, schadet der Qualität des Albums allerdings nicht wirklich.
Andererseits kann man jedoch auch den Vorwurf heben, dass die Band sich hierdurch etwas zu sehr in die Nähe von Pink Floyd begibt. Schon das Cover hat etwas von dem der „Dark Side of the Moon“ LP; beim Hören der besagten Intros könnten dem ein oder anderen auch Wörter wie „Ideenklau“ durch den Kopf gehen.
„Angels and Airwaves“ sind aber keine Coverband und „I-Empire“ keine Tribute-CD. Bei Stücken wie der ersten Singleauskopplung, „Everything’s magic“ kristallisiert sich deutlich ein eigener Stil heraus. Auch wenn es schade um die großartige Musik ist, die blink-182 einst veröffentlichten und Songs wie „Breathe“ die vertonte Langeweile darstellen, muss man nach dem Hören von „I-Empire“ anerkennen, dass die musikalische Umorientierung Tom deLonges auch eine Bereicherung der internationalen Musiklandschaft hervorgebracht hat.

Philip Aubreville

Dieser Artikel wurde außerdem im “Szene-Magazin” – der Jugendbeilage der Grafschafter Nachrichten veröffentlicht.

Schlagworte: , , , , , ,

Eine Antwort schreiben