
Vier Jahre nach dem letzten regulären Album „Got the Noise“ meldet sich die Ibbenbürener Punkrockband Donots eher solide als eindrucksvoll zurück: Der Terminus „mittelmäßig“ trifft die neue Veröffentlichung „Coma Chameleon“ am Besten – auch wenn die Qualität des Albums mit zunehmendem Hören steigt.
So klingt der aktuelle Tonträger der Münsterländer zunächst wie ein akustischer Brei, in dem sich individuelle Merkmale der verschiedenen Songs nicht finden und Anfang und Ende ebendieser Songs kaum definieren lassen.
Aus diesem Brei, als nette Hintergrund-Begleitmusik durchaus brauchbar, kristallisieren sich die einzelnen Lieder erst mit der Zeit heraus.
Von den nun definierbaren insgesamt zehn Stücken, die von einem Intro sowie Outro umschlossen werden, nötigt zwar keines zum Skippen – wirkliches Hit-Potential wie bei früheren Longlayern der Band ist allerdings auch nicht vorhanden.
So verwundert beispielsweise die Tatsache, dass es der erste Song des Albums, „Break my stride“ es zur Singleauskopplung gebracht hat, aufgrund seiner Durchschnittlichkeit.
Andere, wie das folgende, ebenfalls ausgekoppelte „Pick up the pieces“ drücken zwar ähnlich ordentlich die Tasten der Standard-Softpunk-Klaviatur, machen aber etwas mehr Spass. Originell sind sie jedoch nicht.
Ohnehin sind es nur zwei Songs, die hervorstechen: „Headphones“ bleibt mit seinem Stakkato-Basslauf und Gesangswechseln im Ohr hängen, „Stop the clocks“ stellt mit seiner leichten Melancholie jenseits von „Hardrock-auf-Teufel-komm-raus“ das Highlight der CD dar.
„Stop the clocks“ eignet sich zwar hervorragend, um an einem verregneten Tag öffentliche Verkehrsmittel zu benutzen – von der Durchschlagskraft früherer Stücke der Donots besitzt aber selbst dieser Höhepunkt des Longplayers nur prozentuale Anteile: Es fehlen Stücke wie „What ever happens to the 80s“ oder „We got the noise“, die frühere Alben aufgewertet haben.
So bleibt „Coma Chameleon“ trotz des einen oder anderen guten Stücks nicht mehr als „okay“ und entfacht leider kein Punkrock-Feuerwerk.
Philip Aubreville
Dieser Artikel wurde außerdem im “Szene-Magazin” – der Jugendbeilage der Grafschafter Nachrichten veröffentlicht.
Schlagworte: Coma Chameleon, Donots, Ibbenbüren, Musik, Punk, Punkrock, Review, Rezension, Rock
Juni 7, 2008 um 1:47 |
Was für eine beeindruckend grottig geschriebene Kritik